Wir haben grosses Glück, dass wir jetzt hier sind

Neugierde ist es, die uns so viele Jahre auf Umwege geführt hat. Neugierde wird es auch sein, welche uns auf den Weg wieder zurückführen wird. Und so sind wir jetzt dabei, uns auf den Weg zu bringen, welchen wir vor vielen Jahren und vielen Leben verlassen haben. Wir wollten erfahren, was möglich ist, zu welchen Extremen der Mensch fähig ist. Wir haben es nun begriffen und kommen zur Einsicht, dass sich jetzt etwas ändern muss. Jeder wird es dort merken, wo er sich gerade befindet.

 

Es braucht jetzt die Mithilfe von jedem. Es geht um die Existenz des Menschen, nicht um die Existenz der Erde. Die Erde hat ihre Mechanismen und wird verabschieden, was ihr nicht mehr dienlich ist. Gleichzeitig ist sie barmherzig und lässt uns scheinbar bedingungslos erfahren, was wir erfahren wollten. Trotzdem, sie ist am Limit angekommen und wünscht sich jetzt, dass wir erwachen, umdenken und aus dem Herzen heraus handeln. Sie möchte, dass wir hin- und nicht wegschauen. Und jeder sich für eine gemeinsame Welt bemüht.

 

Wir haben grosses Glück, dass wir jetzt auf der Erde sind. Denn dadurch können wir in den kommenden Jahren noch wunderbare Dinge erleben. Erfahrungen mit unserem Körper machen, wie sie noch nie dagewesen sind. Und wir werden diese Erfahrungen für uns alle machen, für unsere gemeinsame Erinnerung. Deshalb ist es für uns alle wichtig, dass wir den Fokus auf Erfahrungen legen, nicht auf Bücher. In Büchern können wir zwar etwas nachlesen, nicht aber als erfahrenes Wissen speichern. Wahres Wissen ist nur durch Erfahrung und Erleben möglich.

 

Wenn wir Kinder haben und diese an Stelle von Lesen lieber mit ihren Händen etwas errichten, verdrehen, auftürmen oder graben möchten, so sollten wir sie lassen. Und wenn sie Purzelbäume dabei schlagen. Die körperliche Erfahrung wird ihre wichtigste Quelle sein für alles, worauf sie sich vorbereiten und wofür sie hier sind. Sie werden noch einmal ganz andere Dinge in Gang bringen, als wir es bereits tun. Sie wissen um ihren Lebensweg besser Bescheid, als wir erahnen. Deshalb sind sie auch so streng mit uns und befehlerisch.

 

Wir sind ihre Basis, die sie jetzt brauchen, um sich auf das vorzubereiten, was die Zeit für sie hervorbringen wird. Und sie sind bei uns, um uns in der kommenden Zeit zu unterstützen, wie wir sie jetzt unterstützen. Schenken wir ihnen Achtung und hören auf ihre Erzählungen, ihre Lieder, schauen ihnen zu, wie sie sich bewegen, wenn sie losgelöst sind. Lassen wir sie frei von Ketten und unnötigem Wissen. Schenken wir ihnen stattdessen Vertrauen und Wärme in ihren Anfangsstunden, Vielfalt und Einfachheit in ihren jungen Jahren, Stille und Freiheit in ihrer Jugend und Vertrauen, wenn sie auf ihre Reise gehen werden.

 

Sie alle werden unterschiedlich sein, wie wir es auch bereits sind. Nehmen wir sie an, wie sie sind, egal ob stark oder körperlich geschwächt. Genau so, wie sie sind, ist es in ihrem Sinne. Bemitleiden wir sie nicht, sondern erkennen wir, welch Stärke aus jedem von ihnen hervor geht. Zeigen wir ihnen die Elemente, lassen wir sie in der Erde graben, sich vom Wind mittragen lassen, sich im Wasser abkühlen und im Feuer wiedererkennen. Denn sie bringen das Feuer mit.

 

 

Author: 

Marlen Groher