Unser inneres Kind möchte frei sein

Möchten wir nicht tief in uns drinnen frei sein, in jedem Moment unseres Seins, dem Gegenüber jederzeit mitteilen zu dürfen, dass wir es lieben, wenn wir danach fühlen? Und möchten wir nicht in jedem Moment lieben dürfen, uneingegrenzt wie ein kleines Kind?


Stellen wir uns vor, einem Kind zu sagen, es dürfe ab morgen seine Liebe nur noch einer Person schenken, weil 'man' das so macht. Es müsse sich für eine einzige Person entscheiden, Mama, Papa oder jemand anderer. Stellen wir uns also vor, einem Kind mitzuteilen, dass es sich für eine Person entscheiden müsse, an welche es seine Liebe senden dürfe und was dieses Kind, welches bis zu diesem Zeitpunkt bedingungslos alle Menschen um sich rum liebte, in diesem Moment fühlen würde.


Unsere westliche Kultur erwartete über viele Generationen genau das von uns. Unsere Gedanken sind danach programmiert, dass die Bindung an eine Person das einzig Richtige ist. In einem solchen Moment beginnt eine der grössten Gefangenschaft in uns, indem wir nach gesellschaftlichen Denk- und Verhaltensmuster leben, anstatt nach den Bedürfnissen unseres inneren Kindes.


Das innere Kind möchte primär die Liebe in Wellen nach aussen senden, egal, wen es dabei trifft. Mit Liebe meine ich das bedingungslose und erwartungsfreie Gefühl gegenüber jedem zuzulassen, jemanden umarmen zu dürfen, zu trösten oder auch zu küssen, ihm zu sagen, dass man ihn/sie liebt. Auch das Zulassen, dass jemand einem seine Liebe jederzeit auch überbringen darf.


Stattdessen erfahren wir seit Kind auf, auf Grund von besitzergreifenden Personen tiefe Verletzungen. Unser inneres Kind möchte frei sein, wie einst, denn es weiss, dass die Liebe nicht in einer Person ist, auf die wir das wunderbare Gefühl projizieren, sondern immer in uns selber.

Author: 

Marlen Groher