Mykorrhiza - was uns das unterirdische Internet des Waldes spiegelt

Mykorrhiza ist ein einzigartiges Pilzgeflecht, welches Bäume und andere Pflanzen über eine Art Internet miteinander verbindet, wie das Internet unsere Computer miteinander vernetzt.

Bäume und auch andere Pflanzen tauschen über dieses unterirdische Netzwerk Nachrichten aus und warnen einander vor Schädlingen, Trockenheit, Krankheiten und Giftstoffen, auch wenn sie in so weiter Entfernung von einander sind, dass sich ihre Wurzeln nicht mehr berühren.

Das, was wir bei unseren Waldspaziergängen von Pilzen an der Oberfläche sehen, sind nur die Fruchtkörper ihrer riesigen Geflechte, welche im Untergrund des Waldes leben. Sie spannen ihre Fäden im Dunkeln zu einem hunderte Meter langen Netz, welches mindestens so tief reicht wie die Baumwurzeln.

Im Untergrund läuft eine Art 'Tauschgeschäft' zwischen den Bäumen und den Pilzen. Über das spinnwebefeine Geflecht liefert der Pilz dem Baum Stickstoff und Phosphor und bekommt dafür vom Baum Zucker aus der Photosynthese. Je mehr Zucker der Pilz vom Baum bekommt, desto grösser wird sein unterirdisches Netzwerk. Und je grösser das Pilzgeflecht heranwachsen kann, desto mehr Nährstoffe kann er für den Baum sammeln. Ein Pilz kooperiert mit bis zu 20 Bäumen und ein Baum ist mit mehreren Pilzen befreundet.

So spiegelt uns die Mykorrhiza in der materiellen Ebene wieder, wie auch wir über ein für unser Auge unsichtbares Netz mit einander verbunden sind und Sender wie auch Empfänger von Informationen und Emotionen sind.

Und so stellen auch die Computer auf unseren Schreibtischen, verbunden über's Internet bloss dar, was in der nicht sichtbaren Ebene bereits vorhanden ist. Wir speisen mit jedem Moment des Erlebens Informationen verknüpft mit Emotionen und Bildern in ein für uns nicht sichtbares Geflecht ein, welche wir jederzeit und überall wieder 'downloaden' (abrufen) können, sobald wir 'online' gehen.

Aus dieser Sicht brauchen wir kein selbsternanntes Wissen aus Büchern auswendig zu lernen, vielmehr sollten wir uns an die vergessenen Werkzeuge wieder erinnern, wie wir uns mit dem Geflecht unseres Wesens, der allwissensten, vertrauensvollsten und ehrlichsten universellen Datenbank wieder verbinden können...

Kleine Kinder, wenn sie geboren werden, sind noch in dieser Verbundenheit mit allem und haben überall und jederzeit Zugriff auf die Informationen dieser Datenbank. So sind sie fähig, in einer raum- und zeitlosen Gegenwart über ihre Intuition Informationen aus Geschehenem wie auch Kommendem im Jetzt abzurufen.

Viele von uns haben auf Grund äusserer Einflüsse durch Familie, Gesellschaft und Schule das Vertrauen in diese tiefe Verbundenheit verloren, indem sie dem Wissen aus Büchern und aus Erzählungen von Erwachsenen mehr Glauben schenkten, als ihren eigenen Wahrnehmungen.

Dabei ist das Vertrauen in die eigene Intuition der Schlüssel, welches bereits vorhandenes Wissen jederzeit und überall wieder verfügbar macht...

Author: 

Marlen Groher