Die Zeit der 'Normalität' ist vorbei

Kinder sind zu mehr fähig, als viele Erwachsene ihnen zutrauen. Sie können den jeweiligen Zeitpunkt sehr genau ankündigen, wann sie in der Bereitschaft angekommen sind, um etwas Neues zu lernen. So wissen sie genau, wann es Zeit ist, auf's Velo mit Pedalen zu steigen, oder wann auf's Klettergerüst, wann sie sich mit Zahlen oder Buchstaben auseinandersetzen möchten. Kinder lernen und verinnerlichen, indem sie Dinge selber tun und üben dürfen. Aus meiner Sicht ist daher wichtig, dass ihnen einen geeigneten Rahmen von 'selber tun dürfen' ermöglichen.


Jeder für alles einen eigenen Zeitpunkt, wann er oder sie etwas in sein Leben einladen möchte. Und bei jedem werden es die Dinge sein, die ihn/sie interessieren und die er oder sie für ihren Weg benötigen.


Ich sehe es als Aufgabe von uns Erwachsenen, die Kinder in ihrer Einmaligkeit anzunehmen, indem wir ihnen vertrauen, dass nur sie wissen, was für ihren Lebensweg auf der Erde zu welchem Zeitpunkt richtig ist.


Um unseren Kindern dies zu ermöglichen, hilft es, unsere eigenen und vererbten Ängste zu erkennen, welche wir auf sie projiezieren und diese aufzulösen, um ihnen so Vertrauen als Fundament für ihr Leben mitzugeben. Denn sowohl unsere unüberwundenen oder überwundenen Ängste sind es, welche ihr Wachstum hemmen oder fördern.


Die Zeit einer alters- oder geschlechterbedingten Norm und Gleichzeitigkeit des Lernens ist vorbei. Schön wäre es, wenn es bald mehr Eltern und Schulen mit dem Bewusstsein dafür gäbe, die den Mut haben, das Alte loszulassen und Neuem Platz zu machen.


Links zu Schulen und Schulreformen: Villa Monte, Glücksschule

Author: 

Marlen Groher

Bild: 

von Matthias Holz