Die Suche nach uns selber

Egal, welche Entwicklung jeder einzelne von uns durchschreitet und an welcher Wegkreuzung wir im Leben gerade stehen, jeder sehnt sich tief im Inneren danach, sich selber eines Tages begegnen zu dürfen.


Mit dieser Sehnsucht begeben wir uns im Verlauf eines Lebens auf eine vielfältige, abenteurliche Suche im  Aussen, in der Hoffnung auf einen Menschen zu treffen, der ist wie wir. Manchmal glauben wir sogar, uns selber in einem anderen Menschen wiedergefunden zu haben und verlieben uns in ihn. Anfänglich ist die Freude riesig, und es scheint, als sei die Sehnsucht endlich gestillt, da wir uns gefunden haben. Doch schon bald merken wir, dass dem nicht so ist, und wir uns gerade in einer Illusion verrannt haben. Solche Momente sind ernüchternd und können sich auch enttäuschend anfühlen, weil wir realisieren, dass unsere Suche noch nicht beendet und unsere Sehnsucht dadurch nicht gestillt ist.


Die Suche nach uns selber im Aussen kann ermüdend sein. Sehnlichst getrieben, uns zu finden, rennen wir wie Süchtige durch die Welt. Und wir werden Teilaspekte von uns in allem gespiegelt wiederfinden, sowohl in Menschen wie auch in Pflanzen, Steinen, Tieren, Wolken, Graffiti usw.


Uns selber wiederfinden (erwachen), das werden wir alle, und jeder wird es zum richtigen Zeitpunkt tun. Wenn wir in uns selber schauen und in die Stille eintauchen, zBsp. durch Meditation, werden wir uns selber begegnen. Und wir werden staunen, was wir dort vorfinden werden und darüber lachen, wie weit wir uns erst von uns weg bewegen mussten, um uns letztendlich so nah wiederzufinden.

Author: 

Marlen Groher