Die Stille, die wir im Aussen suchen, ist in uns

Wenn in uns grosse Unruhe herrscht, dann sehnen wir uns oft nach äusserer Stille. Um diese zu finden besteigen wir hohe Berge, tauchen ein in unberührte Wälder, bereisen ferne, unbesiedelte Erdteile, suchen geheime Plätze an stillen Gewässern, leben alleine oder ziehen uns zurück an Orte, wo uns niemand mehr findet.


Im Moment innerer Unruhe ist es einfacher, einen stillen äusseren Ort zu finden, als innere Stille inmitten von Unruhe zu bewahren. Und doch ist es möglich. Lauschige Plätze, die uns in die Stille bringen gibt es unzählige. Wenn wir einmal an einem solchen Ort angekommen sind, fällt uns auf, wie sehr er uns dabei unterstützt, zu entspannen, loszulassen sowie im Hier und Jetzt zu sein. Trotzdem müssen wir diese äusseren Orte jedoch erst suchen und finden. Kaum aber verlassen wir diese magischen, meist menschenleeren Orte wieder und kehren in unseren Alltag zurück, wo im Aussen alles rumort, tobt, sich Menschen streiten, schlagen, beschimpfen, beneiden, verachten oder belügen, dann verflüchtigt sich diese innere Stille ganz schnell und die Unruhe kehrt zurück.


Meditation lehrt uns, dass wir diese Stille, welche wir bis anhin nur im Aussen fanden, in uns selber finden. Die meditative Erfahrung lehrt uns, dass wir uns im Alltag ins grösste Chaos setzen können und gleichzeitig diese Stille bewahren fähig sind.


Die innere Stille tritt dann ein, wenn wir im Aussen alles annehmen können, wie es ist, egal ob wir es als schrecklich, furchteinflössend, laut, unangebracht oder ungerecht empfinden. Wenn wir annehmen können, dass alles genau zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort geschieht, und auch wir es sind, dann wird es automatisch still in uns sein und auch bleiben.

Author: 

Marlen Groher