Dankbarkeit gegenüber der polarisierenden Andersartigkeit

Begegnungen mit 'Gleichgesinnten' lässt uns im Entwicklungszustand ruhen, in welchem wir uns befinden, da wir mit dem Gegenüber eine Form von Einigkeit erfahren. In der Gleichgesinnung erfahren wir ein harmonischem Miteinander und Einigsein, weil unere Erkenntnisse (Thesen) einander ähnlich, wenn nicht sogar identisch sind.

Treffen wir hingegen auf eine 'Andersartigkeit' (eine Nichtgleichgesinnung), so ist das ein Geschenk und Chance an unsere Entwicklung. Oft sind diese Begegnungen sehr anspruchsvoll und herausfordernd, da wir durch sie eine Gelegeheit erhalten, zu erkennen, woraus wir heraus wachsen möchten, d.h. was wir nicht mehr möchten und umgekehrt, was wir einladen möchten - wo wir uns hin entwickeln möchten.

Nach intensiven Wachstumsphasen fühlen wir oft ein tiefes Sehnen nach sogenannten 'Entwicklungs-/Verschnaufpausen'. Dabei gedeiht die Idee, sich mit 'Gleichgesinnten' auf eine Insel zurückziehen zu wollen. Solche 'Rückzüge' würden jedoch in einer Art Resignation vom lebendigen Selbst, welches unaufhörlich sich wandeln und weiterentwickeln möchte, enden.

Wo immer wir auch sind, so ist es ein Geschenk an unser lebendiges Selbst, umgeben zu sein von Andersartigkeit und Vielfalt. Durch die verkörperten Antithesen im Aussen werden wir unseren eigenen Thesen bewusst, können uns selbst reflektieren und weiterentwickeln.

In Dankbarkeit gegenüber dieser Vielfalt und Andersartigkeit erfahren, erkennen und erinnern wir unser wahres Selbst.

Author: 

Marlen Groher